Geschichte

SO HAT ALLES EINMAL BEGONNEN:

Menschen lasen die Bibel – so ist auch die Baptistengemeinde Nordhorn entstanden. Sie ist nicht, wie man vermuten könnte, das Ergebnis einer baptistischen Missionsarbeit, sondern die Folge des Bibelstudiums einiger Grafschafter. Erst später suchten diese Väter der Gemeinde den Kontakt zu täuferischen Kreisen. Die Geschichte begann mit Lukas Bocht in Bimolten und Berend Bartels in Nordhorn, die beide, unabhängig voneinander, durch Forschen im Neuen Testament zur Erkenntnis kamen, dass die in der reformierten Kirche geübte Praxis der Kindertaufe mit dem urchristlichen Gemeindebild nichts zu tun habe. Weil sie diese neu gewonnene Entdeckung nicht für sich behalten konnten, gerieten sie in Auseinandersetzungen mit der streng reformierten Umwelt. Aber unbeirrt, wie Grafschafter sein können, blieben sie nicht nur bei ihrer Meinung, sondern ließen sich sogar auf das Bekenntnis ihres Glaubens in Ihren bzw. in Holland taufen. Es folgte die Exkommunikation aus der reformierten Kirche. Inzwischen war noch ein dritter Grafschafter, Jan Bartels, dazugekommen.

Kapelle 1909

Es zeugt von großem Glaubensmut, dass diese drei ersten Baptisten der Grafschaft in Verbindung mit einem ihrer Freunde, Berend Balders, anfingen, in der Lange Straße eine „Kapelle“ zu bauen. Die „Kapelle“ wurde mit 200 Sitzplätzen fertiggestellt und am 14. März 1909 eingeweiht. Fünfzehn Monate später, am 5. Juni 1910, gründete man mit sieben Gläubiggetauften die Gemeinde.
Zunächst blieb die Gemeinde ein kleines Häuflein, das nur sehr langsam wuchs. In den zwanziger Jahren führte die Arbeit unter den Kindern und Jugendlichen zum Aufbau der Gemeinde. Die ersten Chöre entstanden. Die 133 Mitglieder und die vielen Gottesdienstbesucher gaben den Anstoß, die Kirche auf 400 Plätze zu erweitern und für den ersten hauptamtlichen Pastor eine Wohnung zu bauen.

Kapelle Langestraße

Anfang der vierziger Jahre bekam die Gemeinde ihren heutigen Namen als Folge des Zusammenschlusses der beiden Freikirchen „Bund Deutscher Baptisten“ und „Bund freikirchlicher Christen“(BfC).
In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde Nordhorn für viele aus dem Osten vertriebene Baptisten zur geistlichen Heimat. In dieser Zeit wanderten auch viele Mitglieder in die USA aus.

In den fünfziger Jahren gab es ein ungewöhnliches Gemeindewachstum. Die Nordhorner Gemeinde und die Zweiggemeinde in Lingen, die nach dem Kriege entstanden war, hatten nun zusammen 422 Mitglieder. Wegen Platzmangels wurde 1962 in der Kleinen Gartenstraße ein Kirchenneubau errichtet, der in den siebziger Jahren durch einen Anbau zu einem Gemeindezentrum erweitert wurde.

Die achtziger Jahre waren geprägt durch die Entstehung des Jungen Chores, durch den Beginn der Mission unter den vietnamesischen Flüchtlingen und durch die Berufung des zweiten Pastors für die Junge Gemeinde.
1989 wurde in Meppen eine Zweiggemeinde gegründet.

Zu Beginn der neunziger Jahre wurde der Umbau des Gottesdienstraumes in Angriff genommen sowie der Ausbau des Kastellanshauses. Am 17. Mai 1992 konnte die völlig umgestaltete Kirche eingeweiht werden und zwei Jahre später auch die neue Orgel.

Im Jahre 1994 wurde mit Friedhilde Brandt erstmals eine Frau als Gemeindeleiterin berufen. Nachfolgerin seit dem 28.5.2005 ist Claudia Laug.
Zu Beginn des Jahres 1999 trat Pastor Norbert Schäfer seinen Dienst an. Am 20.09.2009 wurde er in einem festlichen Gottesdienst in den Ruhestand verabschiedet. Pastorin Anja Hund wirkte 3 1/2 Jahre als Pastorin für die Junge Gemeinde. Sie ist am 14.03.2010 in einem festlichen Gottesdienst verabschiedet worden. Sie hat eine neue Aufgabe in Berlin angenommen.

Am 31.10.2010 trat Pastor Simon Werner seinen Dienst als Gemeindepastor an, seine Frau Damaris wurde als Gemeindediakonin eingeführt.

Die Gemeinde Nordhorn zählt jetzt 313 getaufte Mitglieder, darunter sind ca. 12 Vietnamesen; hinzu kommen ungetaufte Kinder und Jugendliche, weitere Familienangehörige und Freunde der Gemeinde.

Die Aufgabe der Gemeinde wird auch in Zukunft darin bestehen, Menschen durch Gottesdienste und andere Aktivitäten die Liebe Gottes nahe zu bringen, die durch das Opfer Jesu Christi allen Menschen Vergebung und Versöhnung anbietet.

Unsere Gemeinde ist keine geschlossene Gesellschaft, wir sind offen für jeden Neugierigen. Lassen Sie sich doch in unsere Gemeinschaft und in die Gemeinschaft mit Gott hineinnehmen!