Griechisches Festmahl und bewegende Einblicke in Sambia

Unter dem Motto „lecker Essen, für Alt und Jung, spannende Lebensgeschichten“ erlebten rund 120 Gäste am letzten Freitag im August in der Baptistenkirche Nordhorn einen ganz besonderen FireAbend. Ein riesiges Dankeschön gilt gleich zu Beginn unserem engagierten Küchenteam! Mit einem großartigen Festessen – Gyros mit Tzatziki, Reis und frischem griechischem Salat – haben sie den perfekten Rahmen für unsere Gemeinschaft geschaffen.

Von Berlin in die viertgrößte Stadt Sambias

Nachdem Sigrid den zweiten Teil des Abends mit einem kurzen Interview eröffnete und Christina sehr persönliche Einblicke in ihren Glaubensweg gab, nahmen uns Christina und Johannes mit auf eine Reise. Die beiden Berliner – sie studiert Religion und Kultur, er ist Polizist – haben ein Jahr im afrikanischen Sambia verbracht. Dort unterstützten sie die Arbeit der Organisation „Life Trust Sambia“, die eng mit dem Mühlheimer Verband verbunden ist.

Ihr Einsatzort war Kabwe, eine Stadt, die noch heute stark unter den Folgen des historischen Blei- und Zinkabbaus leidet. Die Schwermetallbelastung im allgegenwärtigen Staub führt zu schweren gesundheitlichen und kognitiven Einschränkungen, insbesondere bei Kindern. Gepaart mit hoher Arbeitslosigkeit prägt bittere Armut das Straßenbild.

Genau hier setzt Life Trust an. Im Viertel „Wire“ betreibt die Organisation unter anderem eine herausragende Schule für 650 Patenkinder. Während staatliche Schulen oft über 90 Kinder in winzige Klassenräume pferchen, wird hier in 30er-Klassen unterrichtet. Zudem bekommen die Kinder hier tägliche, nahrhafte Mahlzeiten – für viele die einzige am Tag.

Praktische Nächstenliebe: Schneiderei, Hühnerstall und Kindergarten

Auf dem angrenzenden „Empowerment Campus“ packten Christina und Johannes überall dort mit an, wo Hilfe gebraucht wurde:

  • Christina arbeitete maßgeblich in der Schneiderei. Hier werden nicht nur die obligatorischen Schuluniformen gefertigt, sondern auch handwerkliche Produkte für den Verkauf, um Frauen durch fundierte Arbeit zu fördern.
  • Johannes übernahm vielfältige Aufgaben in der Instandhaltung. Vom Bauen von Dächern und Trinksystemen für 800 Hühner bis hin zu Besorgungsfahrten und einem großen Basketballcamp für über 100 Kinder – oft galt es, kreativ zu sein und einfach auszuprobieren.
  • Im Kindergarten erlebten beide wohl ihre intensivsten Momente. Die Arbeit mit den Jüngsten offenbarte oft herzzerreißende familiäre Schicksale. Besonders Johannes wurde als liebevolle, männliche Bezugsperson – eine Rolle, die in der dortigen Familienkultur häufig fehlt – zu einem echten Highlight für die Kleinen.

Was bleibt: Gnade und Gottvertrauen

Auf die Frage, wie diese Reise sie verändert hat, berichteten beide von der tiefen Fröhlichkeit der Menschen. „Sie begegnen einander mit sehr viel Gnade, Liebe und Verständnis“, betonte Christina. Auch das intensive, blinde Gottvertrauen der Sambier, die in ihrem harten Alltag bedingungslos an Jesus festhalten, ist für die beiden zu einem großen Vorbild geworden.

Sigrid rundete den inspirierenden Bericht mit ermutigenden Gedanken und einem Gebet ab. Und wie es sich für einen echten FireAbend gehört, endete das Treffen mit einer großen Portion Freude: Eines unserer Kinder aus der Gemeinde, wurde zu seinem siebten Geburtstag mit einem Ständchen und einer Eis-Überraschung für alle gefeiert. Ein rundum gesegneter Abend!