Mit viel Applaus, mitreißenden Liedern und strahlenden Kinderaugen ging am Wochenende in der Baptistenkirche Nordhorn an der Kleinen Gartenstraße ein Musicalprojekt zu Ende, das ein halbes Jahr lang vorbereitet worden war. Rund 85 Mitwirkende standen auf und hinter der Bühne, um die Geschichte des jungen David lebendig werden zu lassen.
Bereits am Freitag, dem 13. März, gab es eine erste Aufführung für Schulklassen. Schülerinnen und Schüler der ersten bis fünften Klassen aus verschiedenen Nordhorner Schulen erlebten dabei die biblische Geschichte – und entdeckten ihre Mitschüler als Hirten, Soldaten, Prinzessinnen oder Könige auf der Bühne. Am Samstag, dem 14. März, folgte die öffentliche Aufführung. Insgesamt verfolgten weit über 500 Zuschauer die beiden Vorstellungen.
Auf der Bühne stellten die Kinder Davids Abenteuer dar: seinen Mut im Kampf gegen den riesigen Goliath, aber auch die Zeit, in der König Saul ihn verfolgte. Dabei überzeugten die jungen Darstellerinnen und Darsteller mit bemerkenswerter Ausdruckskraft. Besonders eindrucksvoll war etwa die Darstellung von Michal, der Tochter Sauls, die schwer in David verliebt ist. Für große Heiterkeit sorgte aber auch eine Szene in einer Höhle: Dort verrichtet König Saul sein „Geschäft“ – tatsächlich so in der biblischen Vorlage beschrieben. Die Umsetzung brachte den ganzen Saal zum Lachen.
Die Geschichte wurde von 17 Liedern umrahmt – meist schwungvoll und mitreißend, zwischendurch aber auch ruhig und nachdenklich. Ein dreistimmiger Chor, bestehend aus den teilnehmenden Kindern, Jugendlichen und meist jungen Erwachsenen, wurde von einer großartigen Live-Band begleitet. Besonders beeindruckend: Die Kinder kannten alle Lieder auswendig und sangen sie mit sichtbarer Begeisterung. Spätestens bei den Zugaben, als die Anspannung abgefallen war, strahlten alle vor Freude.
Das Musical unter der Leitung von Gabi Brockmann und Sina Ahrends wurde durch ein großes Mitarbeiterteam möglich gemacht, das die Kinder über Monate hinweg begleitete. Gemeinsam wurden Requisiten gebaut, das Bühnenbild gestaltet, Tänze und Anspiele einstudiert und mehrstimmige Lieder geprobt.
Dass ein solches Projekt auch seine Tücken haben kann, zeigte die Generalprobe: Zwischenzeitlich brach das Bühnenbild zusammen. Außerdem wurde David – entgegen der Regieanweisung – bereits zu Beginn vom Speer des Königs getroffen, was seine Geschichte theoretisch früh beendet hätte. Bei den eigentlichen Aufführungen lief jedoch fast alles reibungslos. Für viele Kinder war es ein besonderer Moment, vor so vielen Menschen aufzutreten – zahlreiche junge Talente blühten sichtbar auf.