Aktion „WeihnachtLich(t)“ verteilt 10.000 Weihnachtstüten in der Stadt

Seit mehreren Wochen arbeiten die in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen zusammengeschlossenen Konfessionen der Stadt Nordhorn an einer Aktion, die in dieser Reichweite bisher einzigartig sein dürfte. So haben sich die Kirchen vorgenommen, mehr als 10.000 Nordhorner Haushalte mit Weihnachtstüten zu beschenken. In ihnen befindet sich neben einem Anschreiben der Gemeinden und einem Vorschlag für eine weihnachtliche Andacht zu Hause eine Bastelvorlage für Kinder und die Broschüre „Niemand bleibt allein“ mit Impulsen für die Adventszeit. Die ebenfalls im Umschlag befindliche Kerze soll gerade in dieser Zeit ein Hoffnungszeichen gegen die Dunkelheit sein. Die Aktion steht deshalb auch unter dem Titel „WeihnachtLich(t)“.

Im Anschreiben an die Beschenkten heißt es: „Weihnachten fällt nicht aus. Gerade jetzt feiern wir, dass Gott uns ganz nahe gekommen ist. In diesem Jahr tun wir dies in vielfältigen und zum Teil ungewohnten Formen: in anders gestalteten Gottesdiensten, durch digitale Angebote und auch mit dieser Weihnachtstüte. Ihr Inhalt bietet alles, was man für eine kleine Feier zuhause braucht.“ Dabei haben sich die verschiedenen Konfessionen unterschiedliche Wege überlegt, das Licht zu den Menschen zu bringen.

Baptistenkirche

Pastor Hanno Sommerkamp von der Baptistengemeinde betont: „Etwa die Hälfte der Tüten ist dafür vorgesehen, sie an Freunde und Nachbarn zu verschenken.“ Die Weihnachtstüten wurden hier schon vor dem ersten Advent von einer Runde begeisterter Ehrenamtlicher gepackt, die sich von der Idee, einen überraschenden weihnachtlichen Gruß vorzubereiten, begeistert gezeigt hatten. Die Tüten werden den Besuchern der Adventsgottesdienste überreicht. Besonders im Blick sind aber auch die Menschen, die aktuell nicht an den Gottesdiensten teilnehmen können. Ihnen sollen die Tüten an der Haustür übergeben werden. Sommerkamp stellt fest: „Hier zeigt sich wieder einmal, dass Gemeinde als Gemeinschaft stark ist. Die adventliche Vorfreude kann aber nicht im Verborgenen bleiben. Gerade auch Familien sollen auf Grund des Inhalts der Tüten im Blick sein. Auch wenn die Tüte keine großen Geschenke beinhaltet – so hoffen wir doch, dass ein kleiner Funke der weihnachtlichen Freude die Empfänger erreicht und das Fest der Geburt von Jesus anders, aber dennoch gemeinsam gefeiert werden kann.“

Reformierte Kirche

Die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde hat bei der Verteilung der Tüten ebenso Familien und ältere Menschen im Blick. Zusätzlich zu den verteilten Weihnachtlichtern können an den drei Gemeindezentren ab dem 2. Advent noch Tüten abgeholt werden. Pastor Simon Plenter betont dabei die Bedeutung von Weihnachten als Familienfest: „Wir wollen Weihnachten als Fest der Geburt Jesu in die Wohnungen und Häuser bringen. So kann Kirche in den Familien gelebt werden. Zudem können sich die Menschen, wenn sie das Licht anzünden mit einer großen Kirchengemeinschaft verbunden fühlen.“

Katholische Kirche

In der Stadtpfarrei St. Augustinus wurden die Weihnachtstüten von ganz unterschiedlichen Personengruppen zusammengepackt: beteiligt sind Gruppenleiterrunden, die Pfadfinder, Gemeindeausschüsse sowie weitere Ehrenamtliche und Hauptamtliche. „Da machen wir gerne mit!“, war der Tenor in allen Gemeinden der Stadtpfarrei. Entscheiden war hier die Frage, wer in Zeiten der Pandemie in einer besonderen Notlage ist und sich über das Licht der Kerze und die frohe Botschaft des Heiligen Abends besonders freuen wird. Die Aktion trägt so im Sinne der Weihnachtsbotschaft zur gegenseitigen Aufmerksamkeit bei. Unter anderem werden die Besucherinnen und Besucher der Sonntagsgottesdienste im Advent aufgerufen, die Weihnachtstüten unter das Volk zu bringen. Außerdem sind die Kindertagesstätten im Blick. Hier sollen besonders Familien berücksichtigt werden, die von Krankheit oder Quarantäne betroffen sind. Auch die verschiedenen Wohngruppen des Seniorenheimes Haus St. Marien werden mit der Tüte eine weihnachtliche Freude erhalten. Eine weitere Gruppe, die berücksichtigt werden soll, sind die Familien, die aufgrund der Coronabeschränkungen leider am Heiligen Abend keinen Platz mehr in den Gottesdiensten der Stadtpfarrei finden werden.

Lutherische Kirche

Die lutherischen Kirchengemeinden der Stadt haben sich sogar vorgenommen, zu jedem einzelnen Haus eine Weihnachtstüte zu bringen. Gemeindesekretärin Susanne Jacob koordiniert die Aktion gemeinsam mit Verena Potgeter vom Evangelischen Gymnasium Nordhorn. „Wir hatten den Wunsch, dass alle 6400 Häuser unserer Gemeinden von Licht erfüllt werden.“, betonen die beiden. Dabei sind ca. 100 Freiwillige im Einsatz – davon ein großer Teil Jugendlicher aus der Evangelischen Jugend und Schüler*innen, die das Packen und Verteilen im Rahmen ihres sozialdiakonisches Praktikums absolvieren.

Altreformierte Kirche

Auch in der evangelisch-altreformierten Kirchengemeinde werden Weihnachtstüten an alle Haushalte der Gemeindeglieder verteilt. Weitere Exemplare zum Weiterverschenken sind vorhanden. Zusammengestellt wurden die Tüten hier von Konfirmandinnen und Konfirmanden. Die Verteilung übernehmen die Personen, die in der Regel auch die Gemeindebriefe in alle Haushalte verteilen. Auch hier gab es laut Pastor Dieter Wiggers ausschließlich begeisterte Reaktionen und eine große Bereitschaft, die Aktion zu unterstützen.